Komplexität in einem Guss

Die Fertigungstechnik Feinguss ist die optimale Wahl bei komplexen Bauteilen und schwieriger Bearbeitung. Der Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass die gegossenen Teile in der Regel einbaufertig sind oder nur sehr wenig Nachbearbeitung erfordern.  

Unter Feinguss versteht man die Herstellung von Gussteilen nach dem Wachsausschmelzverfahren. Die Gussstücke zeichnen sich durch Detailstärke, Maßgenauigkeit und Oberflächenqualität aus. Oftmals kann eine spanende Bearbeitung eingespart werden. 

Mit diesem Verfahren werden Gussstücke mit einer typischen Masse von 30 g bis zu 200 kg hergestellt. Höhere Bauteilgewichte sind möglich. 

Die gegossenen Teile sind in der Regel einbaufertig oder müssen nur sehr wenig bearbeitet werden. Als Faustregel für die Wirtschaftlichkeit gilt, dass das Feingießen besonders günstig ist, wenn das Bauteil komplex gestaltet ist und/oder je schwieriger die Bearbeitung ist. Darüber hinaus ist das Verfahren besonders dann vorteilhaft, wenn weitere, in anderen Verfahren erforderliche Anbauteile, in das Feingussteil integriert werden können. Feingießen lohnt sich vor allem bei größeren Stückzahlen.

Fertigungsverfahren

Modellherstellung

Pro Bauteil wird ein Wachs-Modell im Spritzguss-Verfahren hergestellt.

Giesstraube zusammenfügen

Mehrere Wachsmodelle werden zusammen mit dem ebenfalls aus Wachs bestehenden Anguss zu einer Gießtraube zusammengefügt.

Herstellung der Keramikform

Die Form entsteht indem das Modell in keramischen Schlicker getaucht, besandet und anschließend getrocknet wird. Diese Schritte werden mehrmals wiederholt, um die gewünschte Festigkeit der Keramikschale zu erhalten.

Wachsausschmelzen und Brennen der Form

Die Wachsmodelle werden ausgeschmolzen und die keramischen Formen gebrannt.

Schmelzen und Abguss

Die gewünschte Legierung wird in die vorgewärmten Formen abgegossen.

Entformen und Trennen

Nach Erstarrung der Legierung, wird die keramische Form entfernt und die Gussstücke vom Anguss getrennt.

Wärmebehandlung und Nachbearbeitung

Um die Eigenspannungen durch das Gießen und Erstarren zu homogenisieren, werden die Teile einer Wärmebehandlung unterzogen und können dann mechanisch nachbearbeitet werden.

Qualitätskontrolle

Das Bauteil wird auf Einhaltung der Zeichnungsvorgaben und Werkstoffeigenschaften geprüft.

Feingussteile

Verteilerrohr

  • Größe: 68 x 85 mm
  • Gewicht: 170 g
  • Material: 1.4301

Mitnehmer

  • Größe: 105 x 36 mm
  • Gewicht: 93 g
  • Material: 42 CrMo 4

Garnhalter

  • Größe: 66 x 67 mm
  • Gewicht: 350 g
  • Material: 42 CrMo 4

Gehäuse

  • Größe: 50 x 65 mm
  • Gewicht: 122 g
  • Material: 1.4301

Schaltwalze

Flansch

  • Größe: 88 x 80 mm
  • Gewicht: 112 g
  • Material: G 1.4828

Es sind fast alle metallischen Werkstoffe mit dem Feinguss herstellbar.
Insbesondere schwer zu bearbeitende Legierungen sind für dieses Verfahren geeignet.

Vorteile 

  • komplexe Geometrien
  • keine / wenig Nachbearbeitung
  • hohe Oberflächengüte
  • hohe Maßgenauigkeit
  • große Werkstoffauswahl

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